Smart Home und Licht sind ein Dream-Team. Wenn du mit deinem Smart Home so richtig durchstarten willst, bietet es sich an, mit der Beleuchtung anzufangen, denn davon hast du im Alltag den meisten Nutzen. Abends auf der Couch alle Lichter per Smartphone oder Sprachbefehl ausschalten, ohne aufstehen zu müssen, ist nur eines von vielen Beispielen. Denn seien wir ehrlich: Wer verlässt schon gerne DIE perfekte Couch-Position, wenn er gerade erst festgestellt hat, dass im Flur noch Licht brennt? 😉
Hier bekommst du einen Überblick, welche Wege es gibt, dein Licht smart zu machen: smarte Leuchtmittel, Aktoren hinter dem vorhandenen Schalter, smarte Lichtschalter und LED-Strips. Dazu ehrliche Hinweise, wann was sinnvoll ist, und wie du am Ende alles in einer Zentrale wie Home Assistant zusammenbringst.
Hinweis (Stand Oktober 2026): Diesen Beitrag habe ich 2020 geschrieben und jetzt komplett überarbeitet. OSRAM Lightify, das ich damals als günstige Hue-Alternative vorgestellt habe, gibt es nicht mehr: Das Gateway ist seit 2019 nicht mehr im Handel, und am 31.08.2021 wurde die Lightify-Cloud abgeschaltet, seitdem funktionieren darüber auch Alexa und Google nicht mehr. Neu dazugekommen sind Matter und Thread, und bei den Unterputz-Aktoren hat sich mit Shelly Gen3/Gen4 und Zigbee-Aktoren einiges getan.
Die Möglichkeiten im Überblick
| Möglichkeit | Was du einbaust | Elektriker nötig? | Gut für |
|---|---|---|---|
| Smarte Leuchtmittel | Smarte LED statt normaler Glühbirne | Nein | Einstieg, Mietwohnung, Farblicht |
| Unterputz-Aktor oder Dimmer | Modul hinter dem vorhandenen Schalter | Ja | Deckenlampen mit festen Schaltern |
| Smarter Lichtschalter | Neuer Schalter statt des alten | Ja | Neue Schalter-Optik, Szenentasten |
| LED-Strips | Lichtstreifen mit Controller | In der Regel nein (Netzteil mit Stecker) | Indirektes Licht, Effekte |
| Zwischenstecker | Adapter in der Steckdose | Nein | Steh- und Tischlampen |
Und dann ist da noch die Frage, wie das alles zusammenkommt: über die Apps der Hersteller, über Alexa, Google und Apple Home oder in einer Zentrale wie Home Assistant. Dazu mehr weiter unten.
Smarte Leuchtmittel: einschrauben und los

Smarte Glühbirnen, auch Smart Bulbs, WLAN-Glühbirnen oder einfach smarte LEDs genannt, sind Leuchtmittel mit eingebautem Funkchip. Du schraubst sie in deine vorhandene Lampe und kannst sie danach per App, Sprachbefehl oder Automation schalten, dimmen und je nach Modell auch die Farbe oder Farbtemperatur ändern. Elektroarbeiten fallen dabei keine an.
Der große Unterschied liegt im Funk. Heute gibt es im Wesentlichen drei Wege: Zigbee (mit Bridge oder Zigbee-Stick), WLAN (direkt am Router) und Matter over Thread (mit Thread Border Router). Einige Lampen können zusätzlich Bluetooth, damit lassen sie sich ohne Zentrale direkt aus der App steuern, aber eben nur in Funkreichweite.
Zigbee: Philips Hue, IKEA und Co.
Zigbee ist der Klassiker für smarte Lichtsysteme. Die Lampen hängen nicht im WLAN, sondern bilden ein eigenes Funknetz, und dafür brauchst du eine Zentrale. Das bekannteste System ist Philips Hue: riesige Auswahl an Leuchtmitteln, Lightstrips und kompletten Leuchten, kräftige Farben und viele kabellose Taster. Dafür liegt Hue preislich im oberen Bereich. Als Zentrale dient die Philips Hue Bridge*, inzwischen gibt es auch die größere Hue Bridge Pro. Über die Bridge kannst du deine Hue-Lampen per Matter an Apple Home, Google Home oder Alexa weitergeben, und für Home Assistant gibt es eine eigene Hue-Integration.
Bei IKEA hat sich viel getan: Das alte TRÅDFRI Gateway wurde durch den DIRIGERA Hub abgelöst, und mit KAJPLATS gibt es seit 2026 eine neue Lampenreihe, die nicht mehr Zigbee, sondern Matter over Thread spricht. Was du bei IKEA beachten musst, steht in meiner Anleitung:
Gut zu wissen: Du musst nicht für jeden Hersteller eine eigene Bridge kaufen. Zigbee-Lampen lassen sich auch direkt mit einem Zigbee-Stick in Home Assistant koppeln, über ZHA oder Zigbee2MQTT. Dann kannst du Hue, IKEA, Innr, Aqara und Co. in einem Netz mischen und bist an keinen Hersteller gebunden. Wie das geht, zeige ich dir hier: Zigbee-Geräte mit Zigbee2MQTT steuern und Home Assistant ZHA.
Und falls du noch alte OSRAM-Lightify-Lampen hast: Die App und die Cloud sind zwar Geschichte, die Lampen selbst funken aber Zigbee. Schon 2020 liefen sie auch an der Hue Bridge, und als normale Zigbee-Geräte kannst du sie meist an einer anderen Zigbee-Zentrale weiterbetreiben, statt sie wegzuwerfen.
Fazit zu Zigbee-Lampen
- Keine Elektroarbeiten, einfach einschrauben
- Riesige Auswahl, gerade bei Hue sehr gute Lichtqualität
- Läuft lokal über die Bridge oder einen Zigbee-Stick, ohne dass jede Lampe ins Internet muss
- Dauerhaft mit Strom versorgte Zigbee-Geräte leiten Signale weiter und verbessern so die Reichweite (Mesh)
- Du brauchst eine Zentrale (Bridge oder Zigbee-Stick)
- Smarte Leuchtmittel sind ein Verbrauchsgegenstand, für den du deutlich mehr zahlst als für eine normale LED
WLAN-Lampen: ohne Bridge, aber mit Haken
WLAN-Glühbirnen brauchen keine Bridge. Einschrauben, mit der App des Herstellers ins WLAN bringen, fertig. Das ist für eine oder zwei Lampen der einfachste Einstieg, und meistens sind die Lampen auch günstiger als Hue.
Der Haken: Viele WLAN-Lampen hängen an der Cloud des Herstellers. Schaltet der seine Server ab, wird aus deiner smarten Lampe eine ziemlich teure normale Lampe, das Lightify-Beispiel oben zeigt, dass das kein theoretisches Risiko ist. Schau vor dem Kauf deshalb, ob sich die Lampe lokal steuern lässt, zum Beispiel über eine Home-Assistant-Integration oder über Matter. Und je mehr Geräte im WLAN hängen, desto mehr muss dein Router stemmen. Wenn es hakt, helfen dir diese WLAN-Tipps und mein Beitrag zu WLAN im Smart Home.
Fazit zu WLAN-Lampen
- Sehr einfache Einrichtung, kein Hub nötig
- Oft günstig
- Häufig von der Hersteller-Cloud abhängig, lokale Steuerung vorher prüfen
- Guter WLAN-Empfang an jeder Lampe nötig, viele Geräte belasten den Router
Matter over Thread: der neue gemeinsame Standard
Matter ist kein eigener Funk, sondern eine gemeinsame Sprache, die Apple, Google, Amazon und viele Hersteller unterstützen. Eine Matter-Lampe kannst du in Apple Home, Google Home, Alexa oder Home Assistant einbinden, und zwar auch in mehrere Systeme gleichzeitig. Matter läuft entweder über WLAN oder über Thread. Thread ist ein stromsparendes Mesh-Netz wie Zigbee, braucht aber keine Hersteller-Bridge, sondern einen Thread Border Router. Den hast du vielleicht schon, ohne es zu wissen: Ein HomePod mini oder Apple TV 4K, manche Google-Nest- und Echo-Geräte, IKEA DIRIGERA oder Home Assistant mit einem passenden Funkstick können das.
Bei den Lampen gehörten die Nanoleaf Essentials zu den ersten mit Thread, die Nanoleaf Essentials Glühbirne* gibt es inzwischen als Matter-over-Thread-Version. Dazu kommen zum Beispiel die neuen IKEA KAJPLATS-Lampen und die Aqara T2, die sowohl Matter over Thread als auch Zigbee kann:
Ganz ehrlich: Matter ist die Zukunft, aber noch nicht überall rund. Über Matter bekommst du teils weniger Funktionen als über das Zigbee-Protokoll des Herstellers, und in der simon42-Community gab es Anfang 2026 Berichte über neue IKEA-Lampen, die in Home Assistant als nicht verfügbar auftauchten. Halte die Firmware aktuell und lies vorher nach, was dein System schon unterstützt.
Das Problem mit dem Lichtschalter
Über einen Punkt stolpert fast jeder, der mit smarten Leuchtmitteln anfängt: den ganz normalen Lichtschalter an der Wand. Schaltet jemand damit aus, hat die smarte Lampe keinen Strom mehr. Sie ist dann per App, Sprache und Automation nicht mehr erreichbar, bis wieder jemand den Schalter drückt. Bei Zigbee kommt dazu, dass die ausgeschaltete Lampe auch keine Signale mehr für andere Geräte weiterleitet.
Dafür gibt es drei Lösungen:
- Schalter immer an lassen und nur noch per App, Sprache oder Automation schalten. Funktioniert, bis Besuch kommt 😉
- Funk-Taster verwenden, die du ohne Kabel an die Wand klebst, zum Beispiel den Philips Hue Dimmschalter*. Der steuert die Lampe per Funk, die Lampe selbst bleibt immer mit Strom versorgt.
- Einen Aktor hinter dem Schalter einbauen lassen, der die Lampe dauerhaft mit Strom versorgt und den Schalter nur als Signalgeber nutzt. Bei Shelly heißt das „Detached“-Modus, beim Sonoff ZBMINIR2 „Decoupled“-Modus. Das ist dann allerdings ein Job für den Elektriker.
Meine ehrliche Einschätzung: Smarte Leuchtmittel lohnen sich vor allem dort, wo du Farbe oder Farbtemperatur ändern willst oder wo du nicht an die Elektrik darfst, zum Beispiel in einer Mietwohnung. Für normale Deckenlampen mit festen Schaltern ist ein Aktor hinter dem Schalter meist die bessere Lösung, weil du danach jede beliebige Lampe und jedes Leuchtmittel verwenden kannst.
Unterputz-Aktoren und Dimmer hinter dem vorhandenen Schalter
Wichtig: Unterputz-Aktoren, Dimmer und smarte Schalter werden direkt am 230-V-Netz angeschlossen. Lebensgefahr! Der Einbau gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Ich bin kein Elektriker, hier geht es um die Auswahl der Geräte, nicht um eine Einbauanleitung.
Ein Aktor ist, ganz einfach erklärt, ein Gerät, das Befehle annimmt und daraufhin einen Verbraucher an- oder ausschaltet, also zum Beispiel dein Licht. Der Aktor kommt in die Unterputzdose hinter deinen vorhandenen Lichtschalter (oder in eine Dose in der Nähe) und wird zwischen Schalter und Lampe geschaltet. Dein Schalter bleibt, deine Lampe bleibt, und trotzdem kannst du alles per App, Sprache und Automation steuern. Der Schalter meldet sich dabei als Eingang am Aktor, deshalb passt der Schaltzustand auch dann noch, wenn jemand ganz normal an der Wand drückt.

Bei meiner Wohnungsrenovierung 2024 haben wir die Aktoren genau so in die Unterputzdosen gesetzt, statt eine zentrale Verteilung zu bauen. Wie das aussieht, inklusive Verkabelung einiger Aktoren, zeige ich dir in diesem Video:
Mit Neutralleiter: die einfache Variante
Liegt in deiner Schalterdose ein Neutralleiter, hast du die größte Auswahl. Bei WLAN ist Shelly nach wie vor die erste Wahl: Die Geräte sind klein, lassen sich lokal steuern und haben eine sehr gute Home-Assistant-Integration. Die Mini-Serie passt auch in enge Dosen, die Gen4-Geräte wie der Shelly 1 Gen4* können neben WLAN auch Zigbee und sind Matter-zertifiziert.
Wenn du lieber auf Zigbee setzt, ist der Sonoff ZBMINIR2 eine gute Wahl. Den habe ich schon in meinem Renovierungs-Beitrag empfohlen, unter anderem wegen des Decoupled-Modus: Damit kannst du das Relais abschalten und den Schalter nur noch als Signalgeber für smarte Lampen oder Automationen nutzen.
Ohne Neutralleiter: geht, aber mit Kompromissen
Gerade in älteren Häusern liegen in der Schalterdose oft nur die Phase und der Draht zur Lampe, aber kein Neutralleiter. Dafür gibt es spezielle Aktoren, die ihren Betriebsstrom über die Lampe ziehen. Das funktioniert, hat aber ein paar Nebenwirkungen, die du kennen solltest:
- Glimmen und Flackern: Weil auch im ausgeschalteten Zustand ein kleiner Strom durch die Lampe fließt, können sparsame LEDs nachglimmen oder flackern.
- Bypass: Gegen das Glimmen und für kleine Lasten wird ein Bypass parallel zur Lampe angeschlossen. Beim Shelly 1L Gen3 ist er im Lieferumfang und bei LED-Lampen laut Shelly immer nötig.
- Weniger Leistung: Der Shelly 1L Gen3 schaltet zum Beispiel höchstens 200 W, das reicht für Licht, aber nicht für große Verbraucher.
- Kein Zigbee-Repeater: Zigbee-Aktoren ohne Neutralleiter erweitern das Mesh-Netz nicht. Wenn du die Wahl hast, nimm lieber Aktoren mit Neutralleiter.
Der Shelly 1L, den ich 2020 noch als Vorbestellung vorgestellt habe, heißt inzwischen Shelly 1L Gen3: ein Kanal, WLAN und Bluetooth, Bypass inklusive und nach einem Firmware-Update auch Matter-zertifiziert. Bei Zigbee ist der Sonoff ZBMINIL2 das Gegenstück ohne Neutralleiter:
Dimmen
Für dimmbare Lampen brauchst du einen Dimm-Aktor. Den Shelly Dimmer 2 habe ich 2020 ausführlich getestet, sein aktueller Nachfolger ist der Shelly Dimmer Gen4. Laut Shelly kann er WLAN, Bluetooth und Zigbee, ist Matter-zertifiziert, dimmt nach dem Phasenabschnitt-Prinzip bis 200 W und funktioniert mit und ohne Neutralleiter. Ohne Neutralleiter braucht er bei Lasten unter 20 W einen Bypass, der auch gegen Glimmen im ausgeschalteten Zustand helfen kann.
Zwei Dinge solltest du dabei beachten: Die LED-Leuchtmittel müssen ausdrücklich dimmbar sein, sonst flackern sie oder gehen kaputt. Und kombiniere nie smarte Leuchtmittel mit einem Dimmer davor. Entweder dimmt die Lampe selbst oder der Aktor, nicht beide.
Worauf du beim Einbau achten solltest
- Platz in der Dose: Hinter dem Schalter muss der Aktor noch mit in die Dose. Bei einer Renovierung lohnen sich deshalb tiefe Dosen, in Hohlwänden zum Beispiel eine tiefe Hohlwanddose*.
- Taster oder Schalter: Viele Aktoren funktionieren mit beidem, du stellst den Eingangstyp in der App ein. Manche Systeme, wie die älteren Homematic-Aktoren auf dem Foto oben, wollen aber Taster.
- Wechsel- und Kreuzschaltungen: Wenn du dein Licht von mehreren Stellen schaltest, wird die Verkabelung etwas komplizierter. Das unbedingt vorher mit deinem Elektriker klären.
- Neutralleiter prüfen lassen: Ob einer in der Dose liegt, sieht man von außen nicht. Auch das gehört zur Absprache mit dem Elektriker.
Neben Shelly und Sonoff gibt es auch Unterputz-Aktoren aus geschlossenen Systemen wie Bosch Smart Home oder Homematic IP. Die brauchen ihre eigene Zentrale, lassen sich aber ebenfalls in Home Assistant einbinden, Homematic zum Beispiel über die OpenCCU-App in Home Assistant. Bei einer neuen Installation würde ich heute eher zu offenen Systemen wie Shelly oder Zigbee greifen, damit du nicht an einen Hersteller gebunden bist.
Smarte Lichtschalter: den Schalter selbst tauschen
Statt einen Aktor hinter den alten Schalter zu setzen, kannst du den Schalter auch komplett gegen einen smarten Lichtschalter tauschen. Relais und Funk stecken dann direkt im Schalter. Das ist praktisch, wenn dir deine Schalter sowieso nicht mehr gefallen oder wenn du zusätzliche Tasten für Szenen haben willst.
Ein gutes Beispiel sind die H2-Schalter von Aqara. Die passen in 55er-Rahmen, zum Beispiel von Gira, und sprechen wahlweise Zigbee oder Matter over Thread. Über Zigbee bekommst du dabei mehr Funktionen. Der Lichtschalter H2 hat zwei Kanäle und zusätzlich zwei frei belegbare Tasten, den Dimmschalter H2 gibt es für Installationen mit und ohne Neutralleiter.
Fakten zu smarten Lichtschaltern
- Auch hier gilt: Der Einbau gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.
- Die Verkabelung bleibt meist wie sie ist, du brauchst aber oft einen Neutralleiter in der Dose. Schau vor dem Kauf genau, ob das Modell mit oder ohne Neutralleiter arbeitet.
- Für Wechselschaltungen brauchst du entweder spezielle Schalter oder einen Funk-Taster als zweite Schaltstelle.
- Viele günstige WLAN-Schalter laufen nur über die Hersteller-Cloud. Meine alte Liste solcher Schalter habe ich deshalb rausgenommen.
LED-Strips: indirektes Licht und Effekte
Für indirektes Licht hinter dem Fernseher, unter Küchenschränken oder an der Decke sind LED-Strips ideal. Am einfachsten sind fertige Strips, die du per Netzteil in die Steckdose steckst, etwa von Hue (Zigbee) oder Govee (WLAN, teils mit Matter):
Deutlich günstiger und flexibler wird es mit WLED: Das ist eine kostenlose Software für ESP32-Controller, mit der du adressierbare LED-Strips steuerst, inklusive vieler Effekte und einer Home-Assistant-Integration. Du kannst alles selbst verkabeln oder einen fertigen WLED-Controller nehmen. Welche Strips und Controller ich empfehle, steht in meinem WLED-Tutorial:
Wenn es eher Deko an der Wand sein soll, sind die Panels von Nanoleaf einen Blick wert, meinen Test der Nanoleaf Light Panels von 2021 findest du hier.
Steh- und Tischlampen: Zwischenstecker
Die einfachste Lösung für Steh-, Nachttisch- oder Schreibtischlampen ist ein smarter Zwischenstecker. Der kommt zwischen Steckdose und Lampe und schaltet sie per App, Sprache oder Automation an und aus. Dimmen kann er nicht, dafür funktioniert er mit jeder Lampe und jedem Leuchtmittel. Ein Beispiel ist der Shelly Plug S, den ich 2020 getestet habe. Auch für die Weihnachtsbeleuchtung sind Zwischenstecker praktisch.
Alles zusammenbringen: Matter, Home Assistant und Sprachassistenten
Für den Anfang reichen die Apps der Hersteller und ein Sprachassistent völlig aus. Spätestens wenn Lampen von verschiedenen Herstellern zusammenspielen sollen, wird das aber unübersichtlich: drei Apps, drei Zeitpläne, und eine Automation, die Hue-Lampe und Shelly-Aktor gemeinsam schaltet, geht oft gar nicht. Matter hilft dabei schon ein gutes Stück, richtig rund wird es mit einer Zentrale.
Home Assistant als Zentrale
Home Assistant ist kostenlos, läuft lokal bei dir zu Hause und spricht mit so gut wie allen Herstellern. Für Licht heißt das:
- Hue, Shelly, WLED und Co. bindest du über ihre Integrationen ein, meist werden die Geräte im Netzwerk automatisch gefunden. Du findest sie unter
Einstellungen → Geräte & Dienste. - Zigbee-Lampen und -Aktoren koppelst du mit einem Zigbee-Stick direkt über ZHA oder Zigbee2MQTT, ganz ohne Hersteller-Bridge.
- Matter-Geräte fügst du über die Matter-Integration hinzu. Für Matter over Thread brauchst du zusätzlich einen Thread Border Router, zum Beispiel einen Thread-fähigen Stick mit der OpenThread-Border-Router-App (Add-ons heißen seit Home Assistant 2026.2 Apps) oder einen vorhandenen Border Router aus Apple Home oder Google Home.
Der Funkstick von Home Assistant selbst kann wahlweise Zigbee oder Thread:
Sprachsteuerung
Hast du alle Lampen in Home Assistant, kannst du sie gesammelt an deinen Sprachassistenten weitergeben, egal von welchem Hersteller sie stammen: an Alexa, an Google Home oder über die HomeKit-Integration an Apple Home und Siri. Und wenn du gar keine Cloud willst, geht inzwischen auch lokale Sprachsteuerung mit Home Assistant.
Automationen, die wirklich was bringen
Richtig smart wird dein Licht erst, wenn es von allein das Richtige tut. Ein paar Ideen:
- Licht im Flur oder Bad per Bewegungsmelder oder, noch besser, per Präsenzmelder schalten
- Alle Lichter ausschalten, wenn niemand mehr zu Hause ist
- Abends zum Sonnenuntergang gedimmtes Licht im Wohnzimmer
- Im Urlaub eine Anwesenheitssimulation laufen lassen, mehr dazu in meinem Guide zur Einbruchabwehr
Wie du solche Automationen baust, erkläre ich Schritt für Schritt im Home Assistant Automation Tutorial.
Was soll ich nehmen? Meine Empfehlung
- Mietwohnung oder erst mal ausprobieren: smarte Leuchtmittel mit Zigbee oder Matter, dazu Funk-Taster an der Wand und Zwischenstecker für Steh- und Tischlampen.
- Deckenlampen mit festen Schaltern im Eigentum: Unterputz-Aktoren vom Elektriker, am liebsten mit Neutralleiter. Ohne Neutralleiter gibt es Lösungen wie den Shelly 1L Gen3, den Sonoff ZBMINIL2 oder den Shelly Dimmer Gen4, dann aber mit Bypass.
- Farbe und Stimmung: smarte Leuchtmittel oder LED-Strips, wer basteln mag, mit WLED.
- Renovierung: tiefe Dosen und einen Neutralleiter in jede Schalterdose einplanen. Das kostet beim Umbau fast nichts und erspart dir später viele Kompromisse.
Schon 2020 habe ich geschrieben, dass der Weg über Schalter und Aktoren für mich einer der sinnvollsten ist, weil du danach unabhängig vom Leuchtmittel bist. Gefällt dir deine Lampe in ein paar Jahren nicht mehr, hängst du einfach eine neue auf, ohne dir Gedanken über Fassung oder Hersteller zu machen. Daran hat sich nichts geändert. Und welche Geräte du auch nimmst: Achte darauf, dass sie sich lokal steuern lassen, über Zigbee, Matter oder eine offene Schnittstelle wie bei Shelly.
FAQ zu smarter Lichtsteuerung
Was ist eine smarte Lichtsteuerung?
Brauche ich für smarte Lampen eine Bridge?
Was passiert, wenn ich eine smarte Lampe am Lichtschalter ausschalte?
Geht ein smarter Aktor ohne Neutralleiter?
Funktioniert OSRAM Lightify noch?
Brauche ich Matter für smartes Licht?
Darf ich Unterputz-Aktoren selbst einbauen?
Ich hoffe, das hat dir geholfen, einen Überblick zu bekommen, wie du dein Licht smart machen kannst. Wenn du Fragen hast, schreib sie gerne in die Kommentare oder in die simon42-Community.








Hallo Simon, wir bauen aktuell um und ich habe mich gefragt wie eine Lösung aussieht, wenn man smarte LED Spots hat und diese sowohl über Sprache, als auch per Lichtschalter bedienen können will. Die Lampen müssten ja dauerhaft Strom haben, weswegen die Lichtschalter dauerhaft auf an stehen würden. Das sind ja Kippschalter. Jetzt habe ich mich gefragt, ob ich zu smarten Lichtern auch smarte Schalter brauche, kann aber nirgends finden, ob das funktioniert. Ich habe Angst, dass wenn ich per sprachbefehl Licht an sage, die Lampe sich an macht und der Lichtschalter sie gleich wieder ausmacht. Hast du Erfahrung mit doppelt smarten Lösungen? Oder wie würde das Thema smarte Lampen + Schalter sonst gelöst werden?
Hallo Simon,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Ich habe mich für die WLAN Glühbirne von Philips entschieden und ich muss sagen, das war zuerst etwas chaotisch bei der Einrichtung, weil ich noch nie ein Smart Home System verwendet habe, aber schließlich funktioniert es einwandfrei. Nun habe ich 3 Glühbirnen, einen Bewegungssensor und einen Bridge, aber da kommt bestimmt noch mehr auf mich zu. 🙂
Einfach perfekt, mein Tipp für alle!
Hey Andreas,
freut mich dass du jetzt auch im Team Smart Home spielst 😉
Phillips ist eines von diesen Systemen, an denen sich einige was die User Experience angeht, wirklich eine scheibe abschneiden können.
Und ja, wenn man erstmal angefangen hat gibts kein Halten mehr xD
LG
Simon